Münstersche Zeitung, 08.04.11: Sprechen sie Tagalog, Ungarisch oder Türkisch?

- Sprachhelfer Aniko Richter (r.)
FreiwilligenAgentur vermittelt Sprachhelfer
Münster (rzi). Aniko Richter kam vor 34 Jahren nach Deutschland. Damals sprach die ge bürtige Ungarin kein Wort Deutsch, heute spricht sie es
fließend. Es war selbstver ständlich für sie, sich als Sprachhelferin am neuen Pro jekt der Freiwilligen Agentur Münster (FAM) zu beteiligen.
„Ich weiß aus eigener Erfah rung, wie schwer es ohne aus reichende Sprachkenntnisse ist. Das gilt für Behördengän ge und Arztbesuche. Aber es
ist auch blöd, mit dem Wörterbuch in der Hand ins Geschäft gehen zu müssen“, sagt Richter.
Sie ist eine von neun Sprachhelfern, die die FAM seit einer Woche an gemeinnützige Organisationen vermittelt. „Langjährig ansässige
Zuwanderer eignen sich perfekt als Sprachhelfer“, sagt Martina Kreimann, Leiterin der FAM. Die Sprachhelfer sollen Menschen mit Sprachproblemen unterstützen. „Sie sollen ein Vorbild sein, wie gute Sprachkenntnisse das Alltagsleben leichter machen“, sagt Kreimann. Bislang haben rund 20 Organisationen auf den Service zurückgegriffen. Etwa die Grundschule Berg Fidel, die für einen Elternsprechtag einen Übersetzer für Tagalog, das auf den Philippinen gesprochen wird, benötigte.
Für Schule entscheidend Sharam Amini ist Sprachhelfer für Kurdisch, Per-
sisch und Türkisch. Er sieht im Eltern-Lehrer-Gespräch einen Grund dafür, dass viele ausländische Schüler auf der Hauptschule landen. „Die Kommunikation zwischen Lehrern und Eltern entscheidet über den
Werdegang der Kinder. Und diese Kommunikation läuft nicht ohne Sprachkenntnisse“, sagt Amini. Die am meisten nachgefragten Sprachen sind Türkisch, Arabisch, Chinesisch und Russisch. Für einen reibungslosen Service werden etwa 30 Sprachhelfer benötigt.
Interessierte können sich melden: Telefon (02 51) 49 25 97 0, per E-
Mail: freiwilligenagentur@stadt-muenster.de

