Münstersche Zeitung, 08.04.10: Engagement soll die Integration fördern
Neues Projekt der Freiwilligenagentur
(Münster tht) Wenn Nilgün Daglar-Sezer nach typischen Missverständnissen im Zusammenleben zwischen Migranten und Deutschen gefragt wird, erzählt die Soziologin vom Kleingärtnerverein: „ Parzellenbesitzer mit Migrationshintergrund wissen manchmal nicht, dass die Hecken nur eine bestimmte Höhe haben dürfen. Darüber ärgert sich dann der eine oder andere Nachbar. Das schafft soziale Distanz.“
Dialog der Kulturen
Die Deutsch-Türkin will daran etwas ändern. Sie ist die neue Leiterin des Projekts„ Integriert durch Engagement!“, mit dem die Freiwilligenagentur
Münster mehr Migranten davon überzeugen möchte, sich verstärkt ehrenamtlich in der Gesellschaft zu engagieren. Damit soll der Dialog zwischen den Kulturen gefördert werden. Die Stadt Münster unterstützt das Projekt mit 5000 Euro. Vom Bund gibt es sogar 20 000 Euro, weil die Freiwilligenagentur zu einer von nur vier Modellagenturen bundesweit erklärt wurde.
Neues Beratungsteam
Bisher würden sich viele der 25 000 in Münster lebenden Migranten vorwiegend in eigenen Vereinen engagieren, abgetrennt von der Mehrheitsgesellschaft, erklärt Paul Claahsen von der Siverdes-Stiftung, der Trägerin der Freiwilligenagentur: „Wir wollen den Kontakt zu diesen Organisationen intensivieren und ihre Mitglieder für andere Themen begeistern.“ Etwa für das Projekt „Von Mensch zu Mensch“ , bei dem alten Menschen im Alltag geholfen wird. Daglar-Sezer wird ein interkulturelles Beratungsteam aufbauen, an das sich Migranten wenden können, wenn sie Fragen zum Ehrenamt haben. Den Integrationsratvorsitzenden Spyros Marinos hat das Konzept schon überzeugt: „Die Idee ist absolut begrüßenswert."

- Toleranz durch Dialog: Paul Claahsen, Spyros Marinos, Nilgün Daglar-Sezer und Sozialdezernent Thomas Paal (v.l.) setzen sich für eine bessere Integration von Migranten ein. MZFoto

