20 Jahre FreiwilligenAgentur Münster

Digital engagiert - ein Blick in die Zukunft

Seit 20 Jahren ist die FreiwilligenAgentur für das Ehrenamt in Münster tätig. Anlass für das Team, am 27. Juni 2019 gemeinsam mit 180 Gästen im Rathausfestsaal zurück zu blicken, sich aber auch zukunftsweisenden Themen zuzuwenden. Roboter Pepper begrüßte zusammen mit der langjährigen Leiterin der FreiwilligenAgentur Martina Kreimann die Gäste.

Bürgermeisterin Wendela-Beate Vilhjalmsson zeigte die Entwicklung der FreiwilligenAgentur auf und erklärte, die Engagiertenquote in Münster liege über dem Bundesdurchschnitt liege. Michael Schüring, Vorstand der lagfa NRW, lobte das Zusammenspiel von Organisationen und Freiwilligen hier.

Die Veränderungen durch den digitalen Wandel sind auch im Ehrenamt sichtbar. Professor Dr. Michael Vilain von der Ev. Hochschule Darmstadt gab in seinem Vortrag „digital engagiert“ einen Überblick über die Möglichkeiten von Digitalisierung im bürgerschaftlichen Engagement. Digitalisierung heißt: Arbeitsprozesse und Kommunikationswege in den Organisationen werden sich ändern. Die Herausforderung wird sein, den Wissenstransfer zwischen den Generationen, Haupt- und Ehrenamtlichen sinnvoll zu gestalten. Dieser Herausforderung wird sich die FreiwilligenAgentur Münster stellen.

20 Ehrenamtliche für 20 Jahre FreiwilligenAgentur

Diese 20 portraitierten Ehrenamtlichen stehen exemplarisch für alle Bürgerinnen und Bürger, die sich freiwillig in der Stadt engagieren. Sie bilden das breite Spektrum ehrenamtlichen Engagements ab – vom Besuchsdienst über Projekte in der Geflüchtetenhilfe bis hin zum Engagement im Tier- und Naturschutz.

So unterschiedlich die Einsatzfelder sind, so vielfältig zeigen sich auch die Motivationen, aus denen heraus die Portraitierten zu ihrem Engagement gefunden haben: der Wunsch, der Gesellschaft etwas zurückzugeben, seine Freizeit sinnvoll zu gestalten, sich für eine gute Sache einzusetzen oder Gemeinschaft zu erleben.

Die Mitarbeiterinnen der FreiwilligenAgentur danken allen Ehrenamtlichen, die Einblicke in ihre schönsten Erlebnisse geben und uns an der Begeisterung für ihr Ehrenamt teilhaben lassen.

Ahmed Resul Bostan, Studentischer Besuchsdienst in Münsteraner Altenheimen

"Meine Bewohnerin rief mich trotz ihrer gesundheitlichen Einschränkungen aus Besorgnis an, um mir mitzuteilen, ich solle auf mich aufpassen. Das war der Zeitpunkt, der mir klarmachte, dass wir Freunde wurden."

Hannelore und Heino Müller, Stiftung Mitmachkinder

"Wir möchten etwas von unserer guten Lebenssituation an Kinder weitergeben, deren Situation verbessert werden müsste. Wir gestalten einen Tag in der Woche mit unserem 8-jährigen Patenkind nach der Schule.“

Luis Schneider, Kaktus Münster e.V.

"Die Aufnahme in die Kaktus Münster Familie ist besonders schön für mich. Es ist toll zu wissen, dass es Menschen gibt, die einen immer unterstützen."

Julia Gravenstein, Besuchsdienst der Uniklinik Münster

"Mir geht das Herz auf, wenn ich sehe, dass ich allein durch ein offenes Ohr jemandem zu einem positiveren Gefühl verhelfen konnte."

Manuela Ridder, Krisenhilfe Münster

"Eine wichtige Erfahrung ist für mich die Erkenntnis, dass ich Menschen, die eine nahestehende Person nach Suizid verloren haben, begleiten kann.“

Günter Zimmermann, verschiedene Vereine in Münster und Hiltrup

„Wenn möglich, sollte jeder nach der Arbeit und im Alter etwas Nützliches tun.“

 

Simone Thiesing, Stadtteilbücherei im Aaseemarkt

"Es ist toll zu sehen, was der eigene Einsatz bewirken kann. Gemeinsam mit vielen weiteren Ehrenamtlichen ist es gelungen, unsere Büchereizweigstelle zu erhalten."

Jana Foitzik, Tierheim der Tierfreunde Münster

"Du kannst nicht jedes Tier dieser Welt retten, aber die ganze Welt für ein Tier.“

Beata, Chiara, Pascal und Torsten Kanngießer, Emshof und NABU am Freiwilligentag

"Besonders schön ist immer das gemeinsame Essen nach vollbrachter Arbeit mit Gleichgesinnten, bei dem man auf das gemeinsam Geschaffte zurückblicken kann.“

Anne Schröer, Seniorentreff Hansahof

"Ich war vergleichsweise noch jung, als ich im Hansahof angefangen habe. Ich brauchte einfach neue Strukturen und wollte etwas ganz anderes machen als Schule oder Wissenschaft."

Hermann Kruse, Verein Bürgernetz e. V.

"Heute spielt das Miteinander-Verbinden eine noch wichtigere Rolle als früher, aber verstärkt auch das Erklären und Mitnehmen derjenigen, die von den technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen überrollt zu werden drohen."

Lena Hertzel, Weltladen la tienda e. V.

"Es freut mich sehr, wenn ich bei konsumkritischen Stadtrundgängen konstruktive Diskussionen mit den Teilnehmenden führen kann und wir alle neue Eindrücke und Ideen mit nach Hause nehmen."

Ann-Kathrin Brauckmann, DRK-Ortsverein Hiltrup

"Während ich die Verletzten eines Busunfalls versorgte, fiel mir ein Mann am Straßenrand auf. Der Mann war blind und ein Angehöriger war noch im Bus. Ich durfte den blinden Mann in den Bus zu seinem Angehörigen bringen. Ich habe mich gefreut helfen zu können.“

Martin Hornung, Sprachbegleitung für Geflüchtete, Diakonie Münster

"Ich engagiere mich ehrenamtlich, weil ich weiß, wie einfach es ist, Geflüchteten ein Stück Glück zu vermitteln."

Dr. Linde Eck, Projekt "Ab in die Mitte" der FreiwilligenAgentur

"Ich habe beruflich sehr gern mit ganz verschiedenen Menschen zusammengearbeitet und kann jetzt meine Stärken auch weiterhin einbringen und mich über erfolgreiche Beratungen freuen. Schöne Erlebnisse sind für mich ein DANKE."

Manfred Kehr, GGUA Flüchtlingshilfe e. V.

"Ich hoffe, einen kleinen Teil der historischen Schuld abzutragen, die unsere Generation durch den Nationalsozialismus geerbt hat. Auch wir Deutschen waren mal auf Gastfreundschaft und Hilfe angewiesen.“

Jamal Ahmad, Initiative "Von Mensch zu Mensch"

"Hier in Münster haben uns viele Menschen ehrenamtlich geholfen, so dass wir hier eine neue Heimat gefunden haben. Mit meiner ehrenamtlichen Tätigkeit möchte ich etwas Dank zurückgeben."

Vivien Funke, NABU-Naturschutzstation Münsterland e. V.

"Mitzugestalten, draußen zu sein, nette Gepräche zu haben und dabei Pflanzen und Tieren zu helfen - das ist jedes Mal aufs Neue ein Stück Glück."

Gaby Neinert, Johannes-Hospiz Münster

"Ich finde ganz allgemein macht Helfen glücklich und zufrieden. Das hat die Glücksforschung längst wissenschaftlich nachgewiesen."

Sharon Dietzel, Hip-Hop-Kurse, Young Caritas

"Zu hören, dass die Kinder und Jugendliche ihren Familien an Weihnachten stolz die erlernten Tänze präsentiert haben, macht mich sehr glücklich."